Ein Jahr im Zeichen Martin Luthers

 

Zum Reformationsjubiläum: „Luther für Jedermann“

 

Zahlreiche Gottesdienste und Veranstaltungen sind im Rahmen des 500. Reformationsjubiläums geplant. Eines der Höhepunkte ist ein Theaterstück des Autors Andreas Bräu. Die Mimen von Creme Frech bringen es Mitte Juli auf die Bühne. Karten für das Theaterstück sind über GAP-Ticket und den Kreisboten erhältlich.

 

500 Jahre ist es her, seit Martin Luther seine 95 Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg genagelt hat. Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist dieses historische Ereignis heuer besonders Thema. 2017 steht ganz im Zeichen des großen Reformationsjubiläums. Auch der Ökumenische Kirchentag, den der Ökumenische Arbeitskreis – bei dem evangelisch-lutherische, katholische und freikirchliche Gemeinden sowie kirchliche Organisationen zusammenarbeiten – in Garmisch-Partenkirchen gestaltet, beschäftigt sich mit dem Reformator. „Aufbruch – gemeinsam weitergehen“ lautet das Motto. Darüber hinaus sind für die kommenden Monate zahlreiche Veranstaltungen zum Luther-Jahr geplant.

 

Auf Initiative von Creme-Frech-Chefin Margot Schäfer und Janine Lobenhofer von der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde wurde extra eine Projektgruppe gegründet, die sich mit Luther im Rahmen eines Theaterstückes beschäftigt. Die künstlerische Leitung übernimmt Schäfer, für die Organisation ist Lobenhofer zuständig. Bei einem Gespräch gab es einen Einblick in das Konzept.

 

Das Theaterstück, dass der Autor und Schauspieler Andreas Bräu eigens für den Anlass schreibt, heißt „Luther für Jedermann“. Am 8. Juli wird es von der Theatergruppe, Musikern und Sängern in der Johanneskirche uraufgeführt. Als Katholik hat sich Bräu im Religionsunterricht wenig mit dem Reformator auseinandergesetzt. „Ich habe mich eingelesen“, sagt er. Luther könne man durchaus auch von einer kritischen Seite sehen, findet er.

 

Auch das soll sich in seinem Werk widerspiegeln. „Es geht darum, was er uns heute noch zu sagen hat“, betont Bräu. Die zwei Protagonisten im Stück – ein junges Paar – setzten sich mit der Figur differenziert auseinander. Dabei soll eine Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart geschlagen werden. Für die passende Musik von anno dazumal sorgt Dekanatskantor Wilko Ossoba. Ein historischer Markt auf dem Gelände um die Johanneskirche rundet das Spektakel ab. Künstler, Handwerker, „Die Werdenfelser Landsknechte“ und die Werbegemeinschaften wurden dafür mit ins Boot geholt.

 

Eigens gestaltete Stühle mit dem Kirchentagslogo und bestückt mit Info-Flyern sollen etwa vor den Geschäften stehen. „Ein großes Projekt“, sagt Schäfer. „Wir hoffen sehr auf die Unterstützung der Marktgemeinde.“

 

Neben dem Theaterstück stehen aber auch zahlreiche Gottesdienste, eine Lichterprozession in der Alten Kirche, Podiumsdiskussionen und eine Vortragsreihe auf dem Programm des Ökumenischen Kirchentags, der vom 7. bis zum 16. Juli stattfindet. „Einer der Höhepunkte wird sicherlich der ökumenische Gottesdienst im Kurpark sein“, sagt Pfarrer Manfred Reitlinger. Dieser wird am 16. Juli zelebriert. „Alle Christen und Interessierten sind dazu eingeladen“, betont Schäfer. Den Auftakt für das Lutherjahr bildete bereits eine Feier in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. Mit einer ganz besonderen Veranstaltung am 11. März soll wiederum die Jugend angesprochen werden. Bernadette Heindl und Maria Anderl von der katholischen Jugendstelle organisieren einen Gottesdienst. Der Ort dafür – das Hochland Kino in Partenkirchen – ist ungewöhnlich, jedoch nicht zufällig gewählt. Die Buben und Mädchen sollen in einem neutralen Raum miteinander diskutieren. „Sie gestalten den Gottesdienst aktiv mit“, sagt Bernadette Heindl von der Katholischen Jugendstelle in Garmisch-Partenkirchen. Danach gibt’s eine Party.

 

Die berühmte Thesentür darf im Luther-Jahr natürlich nicht fehlen. Eine kleine steht bereits vor der Johanneskirche. Hier können Interessierte ihre Meinung zu verschiedenen Themen kundtun. Bis nach Burgrain, Farchant und Grainau soll die Türe wandern. Geht es nach Schäfer könnte ab Ostern eine weitere, größere Tür auf einem öffentlichen Platz – zum Beispiel dem Richard-Strauss-Platz – stehen.

 

In den Schulen für Holz und Gestaltung wird diese nach dem Original in Wittenberg gestaltet und gefertigt. Urlauber und Einheimische sind dann dazu eingeladen, ihre Meinung über „Die Kirche der Zukunft“ anzuschlagen.

 

Magdalena Kratzer, Gap-Tagblatt

 

Bild: Gemeinsamer Aufbruch ins Luther-Jahr: Stolz präsentieren Janine Lobenhofer, Bernadette Heindl, Pfarrer Manfred Reitlinger, Pfarrer Peter Neuhaus, Andreas Bräu, Maria Anderl und Margot Schäfer das offizielle Plakat. Foto: Thomas Sehr

 

 

Wer sich als Sponsor engagieren möchte, kann sich bei Janine Lobenhofer (0 88 21/9 67 30 50) melden.